33pt. Wie man nicht kommuniziert.

Die CREATIVE STAGE ist ein feines Format. Sie bietet Unternehmen und Freischaffenden der – im weitesten Sinne – kreativen Branchen beste Möglichkeiten, sich oder ihre Projekte in wechselnden Städten des Ruhrgebiets vorzustellen.
Vorgestern, am 11. Juni 2013, fand die sechste CREATIVE STAGE im Dortmunder domicil statt: 10 Teilnehmer deckten das Spektrum von »naja« bis »wow« mit ihren 8-Minuten-Präsentationen ab. Publikumslieblinge waren das witzige Micromops-Medienprojekt für Kinder in Dortmund und der Tischler Stallberg, der leicht hölzern (berufsbedingt?), aber mit augenwinkerndem Charme seine Möbelentwürfe präsentierte.

Nach der Pause präsentierten Design-Studierende der FH Dortmund das renommierte Typografie-Symposium 33pt, das am 20. Juni zum vierten Mal stattfindet. Zahlreiche namhafte internationale Gestalter standen in den Vorjahren bereits auf der Gästeliste, u.a. Typeradio aus Den Haag, Jos Buivenga, das schweizer Grafikdesign-Büro moiré, die Londoner Kreativ-Agentur The Church of London, der Berliner Illustrator Frank Höhne u.v.m.

Die Vorstellung von 33pt auf der CREATIVE STAGE war von technischen Pannen begleitet. Das kann nun immer mal passieren und wäre verzeihlich – aber dann die Präsentation: Aneinandergereihte, kryptische Fotos zeigten, »wie das beim letzten Mal aussah«. Unkommentierte, hektische Trailer von Workshops. Kaum wurden die eingeladenen Typografen und Designer vorgestellt – mit keinem Wort die Inhalte des Symposiums. Allein das Motto fk’n gr*ds fand eine kurz Erklärung. Das Publikum wirkte ratlos.

Antwort auf meine Fragen suchte ich heute auf der Website 33pt.de – und fand sie nicht. Stattdessen lediglich nervendes Typogeflimmer, ein Impressum (als schlechtes png!) und ein Popup-Fenster für den Ticketkauf. Was man für die 15 € bekommt, welche Vorträge und Workshops der Symposiumstag den Teilnehmern bietet: Es bleibt ein Geheimnis. Die Facebook-Seite hilft auch nicht wirklich weiter. – Twitter: @33pt

Immerhin, Jürgen Siebert im Fontblog weiß etwas mehr: »Mit diesen [Gästen] werden sie am 20. Juni 2013 in die Welt des Editorial Designs abtauchen, um dort die Faszination des Papieres zu entdecken!« Aha. Hm.

Ist das alles jetzt cool? Oder gar Kunst? Man kann mich old school nennen, aber in meinen Augen ist es verunglückte Kommunikation. Freiheit des Studiums, Zeit zum Experimentieren und so – klar, ganz toll. Aber von Kommunikationsdesign-Studierenden hätte ich doch besser vermittelte Informationen erwartet. Für das sicher spannende Symposium ist das sehr schade, ärgerlich und verschenkte Chance. Oder will man hier unter sich bleiben? Vielleicht ist das Event gar ein Selbstläufer?

33pt findet am 20. Juni 2013 in der FH Dortmund in der Aula des FB-Design-Gebäudes am Max-Ophüls-Platz 2 in 44137 Dortmund statt. Gäste: Stefan Marx (Hamburg), Raffinerie (Zürich), Der Wedding (Berlin), Stefan Kiefer (DER SPIEGEL, Hamburg), Mainstudio (Amsterdam) und Ludovic Balland (Basel).

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