Bambus und Geckofuß. Bionik in Münster

GeckoBambus und Schachtelhalme inspirieren Architekten, Seegurkenhaut als Vorbild für Hirnimplantate, Bootslacke mit Haifischhauteigenschaften, lösemittelfreie Klebebänder, die wie die Haftzehen des Geckos funktionieren – eine Vielzahl von Beispielen, wie die Natur Technik und auch Design inspiriert, zeigt derzeit das LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Die Themen Bauformen und besondere Materialien, Bewegung zu Lande, im Wasser und in der Luft, Kommunikation sowie Bionik in der Medizin werden dargestellt; es gibt Roboter zu bestaunen und wir erfahren, was die Steuerung von Ampelschaltungen mit den neuronalen Strukturen im menschlichen Gehirn zu tun hat.

Schon immer haben Menschen die Natur beobachtet und sie zu imitieren versucht. Ein klassisches Beispiel: Leonardo da Vincis Studien über die Bewegungen von Vögeln und Fledermäusen zur Entwicklung von Flugapparaten.
Heute suchen Biologen, Ingenieure, Architekten und Mathematiker in der bionischen Forschung gemeinsam nach neuen technischen Möglichkeiten. Die Natur hat in Jahrmillionen der Evolution eine verschwenderische Fülle an Lösungen für hochspezielle Probleme in zum Teil extremen Lebensräumen entwickelt – aber nur die effizienten, funktionalen, material- und energiesparenden setzten sich langfristig erfolgreich durch.
Bionik wird deshalb in Zukunft an Bedeutung gewinnen: Vorbilder in der Natur zu verstehen, hilft uns, »technische Probleme leistungsstark und zugleich nachhaltig zu lösen. Die schier unglaubliche Fülle an verschiedensten Organismen um uns herum werden wir jedoch nur zum Vorbild nehmen können, wenn es uns gelingt, sie für die Zukunft zu bewahren« (Anika Seyfferth im Buch zur Ausstellung).

Mercedes Benz ist ein Kooperationspartner der Schau und mit seinem »bionic car« prominent vertreten. Bei diesem nach dem Modell des Kofferfischs strömungsgünstig und in Leichtbauweise konzipierten kraftstoffsparenden Familienauto handelt es sich allerdings bisher »lediglich um ein Forschungsauto«. Schade, dass nicht erklärt wird, warum eigentlich solche Fahrzeuge noch nicht in Serie gebaut werden.

An technischen Innovationen und Natur Interessierte gewinnen in dieser Ausstellung einen Überblick über die Möglichkeiten der Bionik heute. Für Familien mit Kindern ist sie ein schönes Ausflugsziel (eines der Highlights: die lebende Blattschneiderameisenkolonie und -straße!). Wer sein Wissen über die hier populärwissenschaftlich dargestellten Themen weiter vertiefen möchte, findet im Ausstellungsbuch ein Literaturverzeichnis.

Bionik – Patente der Natur. Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde Münster, bis 17. Juni 2012

Foto: Ein Tokeh-Gecko, das Wappentier der Ausstellung (Berenika Oblonczyk, mit freundlicher Genehmigung des LWL).

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