Die Mac-Icons von Susan Kare

Handsignierte Prints von Susan Kare, Dreaded Bomb und Smile Mac1984 stellte Apple den Macintosh vor – nicht der erste Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche und einer Maus, aber der erste, der ein Verkaufserfolg war. Wenn von Mac-Historie die Rede ist, fallen die Namen von – klar – Steve Jobs, Steve Wozniak, Jef Raskin, Andy Hertzfeld… Alles Männer.

Doch es war eine Frau, die – buchstäblich – dem Mac ein Gesicht gab: Susan Kare.

Susan Kares Mitarbeit im Mac-Team begann im Januar 1983. Sie gestaltete alle Icons, die uns Mac-Usern der ersten Stunde unvergessen sind: den lächelnden Mac, die Armbanduhr, den Mülleimer, die Diskette, den Patschhand-Cursor und – die Bombe. Susan Kare: »The bomb was designed to represent a system failure – and I was told that no one would ever be likely to see it. Unfortunately, that wasn’t the case. Once a phone call came into the Mac software group: a woman had seen the icon on her screen and was extremely concerned that her computer might explode!« Kare entwickelte auch die Apple-Befehlstaste und diverse Systemschriften der ersten Macs, wie die Chicago und die Geneva.

mein-erster-macFoto: Mein erster Mac-Arbeitsplatz 1987 – ein Macintosh II, mit sagenhaften 80 MB Speicher. Auf dem s/w-Monitor ein Dokument in Pagemaker, dem Vorläufer von InDesign.

Ihre Icons gaben dem Mac diese Anmutung von Freundlichkeit und Verspieltheit, die Arbeit am Computer plötzlich wie ein Vergnügen aussehen ließ. Danke dafür!

Susan Kare gehörte zu der Handvoll Mitarbeiter aus dem Mac-Team, die Steve Jobs mitnahm, als er im Herbst 1985 Apple verließ und anschließend NeXT gründete – sie war eine der ersten 10 Angestellten bei NeXT. Seit 1988 arbeitet Kare erfolgreich als selbständige Designerin. Auf der Basis eines minimalistischen Pixel-Rasters entwickelte sie Tausende von Icons für namhafte Unternehmen: Microsoft, IBM, Hewlett Packard, Fossil, Swatch, Google, Nokia, Facebook und viele weitere.

In diesem Video von der EG Conference 2014 erklärt sie selbst ihre Arbeit:

In einem Interview mit Spiegel-Online sagte sie: »Pixel-Design ist die moderne Form einer langen und edlen Tradition in der Kunstgeschichte: Auch Mosaike, das berühmte Gobelingewebe oder die reich verzierten Häuser der Freimaurer greifen auf die kleinste Bildeinheit zurück. Sich bei der Gestaltung nicht für opulente, sondern für kleine ›Bits‹ zu entscheiden kann große Resultate hervorbringen!« Ihrer Meinung nach sollten gute Icons wie Verkehrsschilder sein – also so reduziert und detailarm wie irgend möglich. Und wenn sie gut sind, müssen sie auch nicht ständig überarbeitet werden!

Ihre Schöpfungen prägen unseren Computer-Alltag bis heute. Unfassbar, dass diese Designerin, die so großartige Pionierarbeit geleistet hat, selbst vielen Apple-Usern unbekannt ist und bisher nur einen einzigen Designpreis bekommen hat: den Chrysler Design Award 2001 – ein Jahr vor Steve Jobs übrigens.

»Good design’s not about what medium you’re working in, it’s about thinking hard about what you want to do and what you have to work with before you start.« Susan Kare in einem weiteren Interview

Homepage von Susan Kare
Fans können hier ihre berühmtesten Icons als signierten Siebdruck bestellen: www.kareprints.com
Zwei davon hängen in unseren Büros. :)

Handsignierter Druck von Susan Kare Dreaded Bomb

Mehr über Icons und Piktogramme in diesem Blogpost..

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