Nachhaltiges Grafikdesign – was ist das?

Zunächst: Was bedeutet denn überhaupt Nachhaltigkeit? Die meisten verbinden damit erst einmal Begriffe wie „Umweltschutz“ oder „Energie sparen“. Tatsächlich entstammt der Begriff der Forstwirtschaft und meinte zuerst eine ihren Fortbestand nicht gefährdende Nutzung der Wälder.
Nachhaltigkeit nur auf Umweltaspekte zu reduzieren, grenzt jedoch die Bedeutung des Begriffs ein: Nachhaltiges Handeln umfasst auch wirtschaftliche und soziale Aspekte, berücksichtigt die Bewahrung der Natur und die Bedürfnisse kommender Generationen.

Nachhaltiges Grafikdesign klingt für viele nach einem Widerspruch in sich: Grafikdesigner gestalten Produkte, für die tonnenweise Papier bedruckt wird, und die meisten davon landen nach einer Weile wieder im Altpapier. Wie kann hier Nachhaltigkeit verfolgt werden?
Die AGD-Charta definiert nachhaltiges Design als

  • materialeffizient und materialgerecht
  • energieeffizient
  • schadstoffarm
  • abfallarm beziehungsweise abfallvermindernd
  • langlebig
  • recycling- und entsorgungsgerecht
  • logistikgerecht
  • nutzungsgerecht
  • sozial verträglich
  • wirtschaftlich und erfolgreich.

Wenige nachhaltige Grafikdesign-Produkte werden allen diesen Forderungen gleichzeitig gerecht. Es ist eine Gratwanderung zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen. Absolutheitsansprüche helfen aber nicht weiter, Kompromisse sind unvermeidlich. In der Beratung und Konzeption nachhaltigen Grafikdesigns stellen sich zum Beispiel Fragen wie:

  • Ist für diese Kommunikations-/Informationsaufgabe Print überhaupt die richtige Lösung? Oder gibt es papierlose Alternativen?
  • Wie können wir das Produkt möglichst langlebig konzipieren? >> Hochwertige Optik, Inhalte, die nicht so rasch veralten, kann das Produkt vielleicht noch einen weiteren Nutzwert bekommen?
  • Wie hoch muss, wie niedrig darf die Auflage sein?
  • Wie kann das Produkt möglichst material- und ressourcenschonend hergestellt werden? >> Material- und Farbwahl, Formatwahl und Druckbogenausnutzung, Transport, Recycling

Wir können schrittweise Verbesserungen erreichen, wir peilen realisierbare Ziele an und setzen täglich etwas mehr in unserem privaten wie beruflichen Alltag um. »Machen wir es einfach etwas weniger schlecht.«

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