The Making of… Essensart

Fotos bekommen wir Grafikdesigner meist als fertige digitale Endprodukte geliefert. Einblicke in den Entstehungsprozess von Bildern sind darum auch für uns spannend, besonders wenn es um anspruchsvolle Food-Fotografie geht.

Die Foto-Arbeiten für den Rezeptefächer Essensart, der nächste Woche erscheint, liefen im Restaurant Palmgarden gerade auf Hochtouren, als wir am 5. Juni vorbeikamen, um mit Sternekoch Michael Dyllong die Layouts zu besprechen.

Ralf Müller und Karin Hessmann hatten ihr umfangreiches Equipment – Leuchten, Kamera, Stative, Computer, Kabeltrommeln, Styroporplatten zum Aufhellen etc. – in einem Restaurantbereich abseits der Fenster aufgebaut.
Die Speisen brachten Michael Dyllong und Sous Chef Sascha Dönges auf Tellern aus der Küche herein, um sie auf einer blank geputzten Platte kunstvoll zu arrangieren – ähnlich akribisch, wie das abends für die Restaurant-Gäste geschieht. Nur mussten die Köche jetzt das extrem schmale Bildformat des Fächers mitbedenken – sehr raumgreifende runde Arrangements waren tabu. Allein das Herrichten eines Gerichts für das Foto dauerte jedes Mal mindestens 20 Minuten. Was so leicht und zufällig aussieht, ist das Ergebnis konzentrierter Arbeit und Planung: Der kleinste Klecks hat seinen genauen Platz, manche Teile werden mit der Pinzette platziert. Ralf und Karin kontrollierten im Hintergrund am Monitor das Bild, das die Digitalkamera gerade lieferte – Licht, Tiefenschärfe, Ausschnitt: »Das Kräuterblatt oben drauf muss etwas anders gelegt werden, es verschattet den Saucentupfer unten rechts.«
Nach jedem gelungenen Schuss wurde die ganze Herrlichkeit in den Mülleimer gefegt – das eine oder andere durften wir auch mal probieren. Aber nicht alles, denn: »Wir haben einige Sachen jetzt nur für die Fotos in der Küche zubereitet. Sie stimmen optisch und sehen echt aus, es fehlen aber z.B. Gewürze. Sie schmecken also nicht richtig«, erklärte Michael Dyllong.
Das war aber auch das einzig Unechte an den Aufnahmen. Tricks und Fakes, wie man sie sonst aus der werblichen Food-Fotografie kennt – künstlicher Glanz aus der Spraydose, Tautropfen aus dem Zerstäuber, angemaltes Fleisch – all das gab es hier nicht.

Mit der Food-Fotografie verhält es sich also ähnlich wie mit dem Kochen: Sehr viel Zeit und Mühe in der Vorbereitung – der Moment des Genießens ist im Verhältnis dazu eher kurz… ;)

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