Wir drucken selbst:
Linolschnitt, jetzt mit Druckpresse!

»It is important to use your hands«, hat der Designer Paul Rand gesagt. Und – es macht einen Riesenspaß, abseits von Maus und Tastatur grafische Arbeiten zu produzieren.

In meiner Schulzeit ist die Technik des Linolschnitts glatt an mir vorbeigegangen – komischerweise kam sie in meinem Kunstunterricht nie vor. Vielleicht zum Glück, sonst wäre ich als Erwachsene nicht unbefangen und neugierig darauf zugegangen. Die Option, von Hand zu drucken und Ergebnisse zu vervielfältigen, reizte mich. Die ersten Versuche druckte ich mit Löffel und Anreibebaren von Hand. So entstand z.B. letztes Jahr eine Osterkarte mit Hasenmotiv.

Langfristig ist das Drucken von Hand aber mühsam, zeitaufwändig und die Ergebnisse fallen doch sehr unterschiedlich aus. In Michaels Worten: »Besserer Kartoffeldruck«. Darum bekam ich vor Kurzem eine kleine Druckpresse zum Geburtstag geschenkt. Juchhu! Michael hatte über diesen Farbensammler-Blogpost eine solide und günstige kleine Walzendruckpresse gefunden, die in den Preetzer Werkstätten gebaut wird. Stolze 22 kg bringt die Presse auf die Waage, die Druckplatte aus massivem Stahl noch mal 11 kg.

Letztes Wochenende floh ich vor der Hitze draußen in den Werkraum, um das gute Stück zu testen. Erster Versuch war mein Lieblings-Künstlerzitat, das ich vor einiger Zeit mal in Linol geschnitten hatte: »If too perfect, lieber Gott böse« (Nam June Paik) – die krude handgeschnitzte Typografie passt gut zu dem Text. :-)

Der zweite Versuch war ein sommerliches Motiv, technisch schon etwas anspruchsvoller: Die Sonnenblume wurde mit vier Farben (gelb, gelborange, grün und braun) gedruckt. Ergebnis: eine Mini-Auflage von A6-Grußkarten, echte Unikate, denn durch die Technik des verlorenen Druckstocks ist dieser Druck nicht wiederholbar.

Fazit: Das Drucken mit Presse erfüllt die Erwartungen. Es geht deutlich leichter von der Hand und bringt bessere Ergebnisse. Einige handwerklich-technische Probleme muss ich noch in den Griff kriegen, aber ich freue mich schon auf die nächste Druck-Session. Mal schauen, was noch alles entstehen wird…

gepimpte Preetzer Presse

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