QR-Codes sind wie Beton

Die schwarz-weißen Pixelwimmelbilder begegnen uns derzeit an jeder Ecke. Meistens pur, hierzulande leider selten mit einfallsreicher Gestaltung verbunden.
Was sind QR-Codes? »Die Idee dahinter ist, dass Menschen im Alltag mit einem Klick mit ihrem Fotohandy Informationen aufrufen, abspeichern und weiterverarbeiten können.« (Basiswissen QR-Code) Schöne Idee also, aber wie sieht es im richtigen Leben aus?

QR-Codes auf Visitenkarten – mit der richtigen App auf dem Smartphone kann ich Kontaktdaten einscannen und diese gleich meinem digitalen Adressbuch zuführen. Praktisch, das spart Zeit und Nerven durch Vermeiden von Tippfehlern. Flirtfreudige tragen mittlerweile T-Shirts mit Codes ihrer Kontaktdaten.

Aber was leisten QR-Codes in der Werbung – auf Anzeigen, Plakaten und an Messeständen?
QR steht für »quick response«: schnelle Antwort. Leider wird das oft gleichgesetzt mit »schnell gefunden«, und so kommt es zu uninteressanten, witzlosen und wenig überraschenden Antworten: Der Code zeigt uns z.B. eine Firmenwebsite (na so was), die womöglich nicht mal für mobile Devices optimiert ist.
Nicht lustig. Fade »Antworten« lassen das eigentlich nützliche Informationswerkzeug QR-Code abstumpfen und das Interesse daran einschlafen – vermutlich der Grund, warum nur ein winziger Prozentsatz der Leser die Zeichen in der Printwerbung wirklich scannt.

Gut eingesetzte QR-Codes liefern Zusatzinformationen. Beispiel: In Ihrer Anzeige wird ein bestimmtes Produkt aus Ihrem Angebot abgebildet. Dann führt der Code sinnvollerweise direkt dahin: www.unser-unternehmen.de/unsere-produkte/sparte3/unser-superprodukt_xyz_technische_details. Überlange und kryptische Webadressen notiert ja niemand gern. In der Anzeige kann dafür der Text auf das Nötigste reduziert werden.

Noch besser: Wenn der QR-Code zu einer Überraschung, einem Gag, einem (Gewinn-)Spiel oder einem anderen Vorteil führt. Ist der Code dann auch noch einfallsreich und spielerisch in die Gestaltung eingebunden – in ein Bild integriert oder mit einem provokanten Text kombiniert –, steigen die Chancen, dass er wahrgenommen und gescannt wird. Berühmt wurde die Dessous-Kampagne für Victoria’s Secret, die mit der männlichen Neugier spielte. Headhunting via QR-Code? Wie das mit Fantasie und Erfolg geht, hat Scholz&Friends mal mit »Pizza Digitale« gezeigt.

Und was hat das alles mit Beton zu tun?
Vor Jahren gab es eine Imagekampagne, die für den Baustoff mit dem Slogan warb: »Beton. Es kommt darauf an, was man daraus macht.« Genau wie bei QR-Codes. ;)

PS: Hinter dem QR-Code oben links verbirgt sich übrigens ein witziges Zitat über Werbung.

Mehr zum Thema: Thomas Knüwer verlinkt in seinem Blogartikel auf den Vortrag von Scott Stratten »Für jeden gedankenlos verwendeten QR-Code stirbt ein Kätzchen« (im Blog von Oliver Gassner). Knüwer hat auf seinem Blog auch noch etwas über den unsinnigsten QR-Code gepostet.

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