Recycling leicht gemacht? Eine Service-Posse (Fortsetzung)

Letzte Woche versuchte ich vergeblich, leere Tonerkartuschen zum Hersteller zurückzusenden (siehe Blogpost vom 5.10.2011). Vorgestern schrieb ich dann leicht gereizt meine Beschwerde an den Lexmark-Support:

Vielen Dank für die Auskünfte.
Ihr Link zu Infos über das Rückführungsprogramm hat mir jedoch nicht weitergeholfen.
Die dort bereitgestellten pdf als Klebeetiketten für den Rückführungspaketversand der Kartuschen werden von der Post nicht akzeptiert, weil ein Barcode fehlt. Paketannahme verweigert.
Bei »Problemen« verweist die Lexmark-Seite an den Kundenservice der Post und gibt die Mail-Adresse kartusche.kundendienst@laposte.fr an – an die französische Post? Was soll das denn? Meine Mail, die ich letzten Montag dahin geschickt habe, blieb bis dato unbeantwortet.
Soll ich die Kartuschen jetzt über den Hausmüll entsorgen?

Darauf erhielt ich wenige Stunden später folgende Antwort:

Wir danken für Ihre Anfrage an unseren technischen Support. (…)
Zu dem Rückführungsprogramm nehmen Sie bitte Kontakt  mit Ihrem Lexmark International SAS Service Team auf… <Folgt Angabe Name, Telefonnummer, leergut@lexmark.de>
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen behilflich sein konnten.

Und, welch ein Zufall, nur eine weitere Stunde darauf folgte auch endlich die Antwort von kartusche.kundendienst@laposte.fr auf meine Mail vom Montag davor (Text in Originalschreibweise):

Betreff: Aktionen mit der Deutschen Post
Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Anschluss an Ihre Forderung, bitte stellen Sie sicher, daß Sie die neuen Etiketten (hier angehängt) verwenden. Von nun an steht der Hinweis »Par avion« nicht mehr auf unseren Etiketten. Diese sollten angenommen werden.
Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wenn Sie irgendein Problem haben.
Danke für Ihre Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen…

Angehängt das jpg eines Briefadressfeldes zum Ausdrucken und Aufkleben, »Deutsche Post, Werbeantwort, Porto zahlt Empfänger« Der Empfänger lautet La Poste Deutschland GmbH, eine Adresse in Ludwigsburg.
Heute morgen überklebte ich also meine alten mit den neuen Versandetiketten und brachte meine Päckchen zur Post. Folgender Dialog am Schalter:

»Guten Tag, kann ich diese Pakete so versenden?«
»Ja klar.« Genaueres Hinsehen. »Äh, nein, doch nicht. Das ist ein Aufkleber für Briefe. Wir brauchen etwas mit einem Scanner-Code.«
»Aber die habe ich so vom Hersteller für die Rücksendung bekommen.«
»Ist das denn eine Waren-Retoure? Dann muss das ein anderes Etikett sein. Wie gesagt, mit Scanner-Code. So können wir das nicht annehmen. Sie müssen den Versand bezahlen.«
»Ja, das ist sozusagen eine Retoure. Aber den Versand will ich nicht bezahlen, das geht zum Hersteller zurück und hier steht doch drauf: Porto zahlt Empfänger.«
»Hm. Sie könnten es als unfreies Paket versenden. Das wäre gratis, aber wenn der Empfänger die Annahme verweigert, geht es an Sie zurück und Sie müssen dann 15 € zahlen.«

So geschah es. Die Pakete erhielten einen Post-Zusatzaufkleber (selbstverständlich mit Scanner-Code) und ich war sie los.
Fazit: zweimal 5 Minuten E-Mails schreiben, zweimal Pakete mit Versandetiketten bekleben, zweimal zur Post.
Es wird einem nicht immer leicht gemacht, umweltbewusst zu handeln. In diesem Fall hat sich die konfuse Informationspolitik (Website etc.) zur Rücknahmelogistik des Herstellers ganz vortrefflich mit der bürokratischen Unbeweglichkeit der Post gemeinsam gegen die guten Absichten des Kunden verbündet.
Wehe, wenn die beiden »unfreien« Kartuschenpakete wieder zurückkommen!

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