Recycling leicht gemacht? Eine Service-Posse

Letztens waren wir zu Besuch bei Freunden. Nach dem Essen räumte der Hausherr die Küche auf und nahm irgendein recyclingfähiges oder kompostierbares Abfalldings in die Hand, sprach fröhlich „ach, man kann nicht immer nur der Umwelt einen Gefallen tun, man muss auch mal an sich denken“ – und drosch das Teil in den gewöhnlichen Hausmüll, weil der andere Eimer überquoll.

So politisch unkorrekt wäre ich gestern abend am liebsten mit meinen leeren Lexmark-Tonerkartuschen umgegangen. Dabei wollte ich sie zuerst ganz brav und vorbildlich wieder dem Recyclingkreislauf zuführen. Genauer gesagt, versuchte ich das schon seit ein paar Wochen. Früher ging das so: Per Mail informierte man ein mit Lexmark kooperierendes Logistikunternehmen und schon wurden die Dinger sogar direkt an der Haustür abgeholt. Sehr komfortabel. Seit diesem Sommer klappte das nicht mehr: Ich forderte die Abholung zwei- bis dreimal an, nichts passierte. Wochenlang stand das Paket im Büro, ich hatte Wichtigeres zu tun und vergaß es. Letzten Freitag musste ich neuen Toner bestellen, da fielen mir auch meine leeren Kartuschen wieder ein. Via E-Mail erkundigte ich mich beim Lexmark-Service nochmals nach der Kartuschen-Rücksendung. Die Antwort kam prompt, Link auf pdf zum Ausdruck von Klebe-Etiketten für das Kartuschen-Paket, pro Paket eine Kartusche, nicht mehr als 2 kg. Aha, jetzt also die Pakete selbst zu Post bringen. Na gut. Wenn’s der Umwelt nutzt, mache ich das ja gern. Daneben der Hinweis »Im Fall von Problemen beim Versand Ihrer leeren Laser-Druckkassette kontaktieren Sie bitte den Kundenservice der Post (hier klicken).« Das hätte mich schon nachdenklich stimmen sollen. Aber ich brachte meine zwei Pakete optimistisch zur Post. Kopfschütteln hinter dem Schalter. »Nein, das können wir nicht annehmen. Da fehlt ein Barcode zum Scannen auf dem Etikett.«
Fluchend wieder zurück ins Büro. Klick auf den oben erwähnten Link »Kundenservice der Post«. Es öffnete sich ein Mail-Fenster mit der Adresse kartusche.kundendienst@laposte.fr – an die französische Post? Nun denn, immerhin etwas deutschsprachiges vor dem at-Zeichen. Vielleicht bringt es ja was. Die Antwort auf meine Frage an diesen Service, wie denn nun die Rücksendung der leeren Kartuschen funktionieren soll, steht noch aus. Ich warte gespannt und berichte weiter.

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