»Blogger schenken Lesefreude« – meine beiden Buchgeschenke

lesefreudeDer Welttag des Buches ist gerade mal eine Stunde alt, hier kommt mein Beitrag zu der Blogger-Aktion aus diesem Anlass: Zwei Bücher – zwei gegensätzliche Lebensgeschichten, eine fiktiv, eine wahr, beide haben mich begeistert. Das eine Buch ist bereits sehr bekannt, das andere sollte bekannter werden, finde ich.

Walter Isaacson:
Steve Jobs. Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers

Dieses Buch hat mich erst gar nicht interessiert, weil a) mich sein Umfang abschreckte und b) ich nicht besonders gern Biografien lese.
Aus persönlich-historischen Gründen reizte es mich aber doch – denn Macs begleiten meinen Grafiker-Arbeitsalltag schon seit 1986, also sehr lange bevor der Hype um Apple hierzulande losging und die Produkte zu Lifestyle-Kultobjekten wurden. Ich wollte mehr über die Persönlichkeit dahinter wissen.
Zu meiner eigenen Überraschung verschlang ich das 700-Seiten-Buch dann beinahe in einem Rutsch, weil ich es so fesselnd fand.
Wohltuend an dieser Biografie ist, dass der Autor keine Heldenverehrung betreibt und nicht psychologisiert. Isaacson porträtiert den Apple-Gründer, indem er  ihn selbst und vor allem zahllose Menschen, die ihm begegneten, zu Wort kommen lässt – aber er  behält unaufgeregt-sachliche Distanz.
Steve Jobs wurde von der besonderen Aufbruchstimmung der 60er und 70er Jahre in Kalifornien geprägt  – Flower Power, Interesse an östlichen Philosophien, die Musik, Utopien und Bio-Ernährung, Neugier auf Technik, die Idee, Computer als basisdemokratisches Werkzeug zur Verbreitung von Ideen und Wissen nutzbar machen zu können. Sein extrem gespaltener Charakter machte sich früh bemerkbar. Steve Jobs als Grenzgänger zwischen Unternehmertum und Design, sein besessener Kontrollzwang und Gestaltungswille – beides Ursache für die Geschlossenheit der Apple-Produkte –, seine Arbeitswut, Egozentrik, Ignoranz, Begeisterungsfähigkeit, Sensibilität und Rücksichtslosigkeit. Er konnte seine Mitarbeiter sowohl mitreissen und zu Höchstleistungen treiben als auch demütigen und vernichten. Aufschlussreich fand ich auch die Beziehungen zwischen so gegensätzlichen Persönlichkeiten wie Steve Jobs einerseits und Steve Wozniak, Bill Gates, John Sculley oder John Lasseter andererseits. Die Anekdoten und Geschichten beeindrucken und berühren, verblüffen und sind gelegentlich auch witzig.
Tolles Zeitdokument, spannend gleichermaßen für Design-Fans, Technik-Interessierte und jeden, der verstehen will, wie und warum Apple so erfolgreich wurde – auch wenn man kein Fan dieser Marke ist. Manko: Die fehlerhafte deutsche Übersetzung.

Junot Díaz:
Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao

Von einem erfolgreichen Lebensweg kann man bei Oscar Wao nicht gerade reden – serielles Scheitern ist eher sein Thema. Oscar ist ein dicklicher Nerd, hat kein Glück bei Frauen und versinkt am liebsten in Fantasien, Selbstmitleid oder Science-Fiction-Romanen. Mit seiner toughen Schwester Lola wächst er in New Jersey auf, aber die Wurzeln der Familiengeschichte und ihre düsteren Geheimnisse liegen in der Dominikanischen Republik, und dorthin zieht es ihn immer wieder zurück.
Generationskonflikte, Tragödien, Witz, Sehnsüchte, Wut, Sarkasmus, stolze Frauen, Diktatur, Sex, Folter, karibischer Aberglaube, Ghetto-Humor und jugendlicher Hispano-Slang – Díaz erzählt die verschlungene Familiengeschichte rund um Oscar Wao auf kunstvoll miteinander verwobenen Zeitebenen kraftvoll und temporeich, die Charaktere sind vital und dicht. Ein erzählerisches Feuerwerk! Das ist ein Buch, das beim Lesen einen lebensprallen bunten Film vor dem inneren Auge zum Laufen bringt. Ein reicher und großartiger Roman, der 2008 den Pulitzer-Preis bekommen hat und hoffentlich noch viele Leser findet.

So, nun seid ihr dran – wer in dieser Woche hier und auf anderen beteiligten Blogs kommentiert, kann gewinnen! Am 30. April werden die Bücher verlost.

Mehr über die Aktion »Blogger schenken Lesefreude«:
facebook.com/BloggerSchenkenLesefreude.
Hier die Liste aller über 1000 teilnehmenden Blogs und Bücher.
Twitter: @BlogdenWelttag

 

Nachtrag am 1. Mai 2013, abends:
Liebe #lesefreude-Blogger, danke für eure zahlreichen Kommentare! Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen Interesse an meinem Beitrag zu der Aktion zeigen. Wahrscheinlich wartet ihr schon gespannt auf die Verlosung. Wie das oft so geht im Freiberufler-Leben – leider musste ich gestern und auch heute für einen wichtigen Termin morgen viel arbeiten. Die Verlosung hole ich am Donnerstagabend nach und danach gehen die Bücher so schnell wie möglich raus! Danke für euer Verständnis und herzliche Grüße!

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